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29.9.10 Segelausflug
Chillig, witzig und Aktion geladen, das Bildwerk-Bern Team macht den Neuenburgersee unsicher…
Die Schiffscrew:
Peschä: Ober Kapitän und Gastgeber
Alain: Kapitän auf stürmischer See
Pädu: Kapitän auf ruhiger See
Tinu: Fotograf
Dänu: Spassvogel
Yannick: Piraten Warnsystem
Melanie: Text Verfasserin
Es war ein kühler Sonntagmorgen, als wir uns bereits um 8.00 Uhr früh trafen. Wir waren voller Vorfreude.
Als wir das grosse Segelschiff sahen, waren wir alle putz munter und halfen beim Verstauen unseres Gepäcks und Proviants mit. Wir alle hatten dieselbe Frage die wir unbedingt herausfinden wollten: „Wie kann ein Segelschiff gegen den Wind Segeln?“. Die Antwort darauf bekamen wir am Nachmittag dieses Tages geliefert.
Endlich, das Schiff ist startklar und wir können ablegen.
Wir kamen nur sehr gemächlich voran, da fast totale Windstille herrscht, Pädu hat das Ruder übernommen und hatte auch bei dieser Geschwindigkeit seinen Spass als Kapitän.
Die Stimmung auf See war sehr gemütlich, wir ruhten uns auf dem Deck aus und genossen den wunderschönen Morgen.
Währenddessen bereitete Peschä ein herrliches Frühstück vor, Zopf, Jogurt, Käse, Schinken, Kaffe und Milch.
Auch nach dem Frühstück ruhten wir uns aus und sonnten uns, es wurde immer wärmer, bis wir beschlossen unsere Badekleider anzuziehen und den Sprung in den Neuenburgersee zu wagen. Als erstes war Alain im Wasser, ihm folgten Peschä und Dänu, und zum Schluss stieg sogar ich das Treppchen in den lauwarmen, maximal 20° Grad warmen See. Es kostete uns Überwindung, denn es war kalt, aber es hat sich gelohnt! An einem Seil, dass am Schiff angemacht ist, konnten wir uns festhalten und uns mitziehen lassen, erst jetzt wurde mir bewusst, dass wir doch recht „schnell“ unterwegs waren. Als ich auf dem Deck sass, dachte ich, wir bleiben immer am gleichen Ort stehen :-). Der Schwum ins Wasser war total erfrischend, ausgerechnet als ich aus dem Wasser stieg versteckte sich die Sonne und es wurde kühler.
Wir setzten unseren Weg nach Estavayer-le-Lac fort.
Beim Hafen angekommen, durfte Pädu das Schiff alleine an die Anlagestelle steuern und anlegen! Es klappte schon beim zweiten Versuch.
In Estavayer-le-Lac machten wir eine ganz kurze Pause, wir merkten wie ruhig es auf See ist, kein Autolärm, kein Radio, keine spielenden Kinder, nur das rauschen der brechenden Wellen. Wir wollten schnell wieder aufs Schiff steigen und ablegen.
Nun stand Alain am Steuer und versuchte sich als Kapitän. Die Wolken haben sich verdunkelt und der Wind hat stark zugenommen. Alain steuerte das Schiff aus dem Hafen wo wir die Segel aufspannten, es gab einen Ruck als der Wind das Segel ergriff, das Schiff wackelte und wir mussten uns festhalten. Es war ein tolles und abenteuerliches Gefühl so schnell unterwegs zu sein, als der Wind uns um die Ohren pfiff und das Schiff sich neigt.
Es war bereits Nachmittag und wir bekamen allmählich Hunger, deswegen bereiteten wir unser Mittagessen zu. Zum Apero gab es Salzgebäcke und danach Tomaten mit Mozzarella an Balsamigo und Öl. Weil wir zuerst das Apero knapperten und die Teller mit den Tomaten (inkl. Sauce) bei dem starken Wellengang nicht einfach abstellen konnten, mussten sich die Männer abwechslungsweise in Gleichgewicht, Geschicklichkeit, Ausdauer und kraft üben. Denn die Sauce sollte das Teakholz nicht verkleckern, doch das gestaltete sich als unlösbare Aufgabe und wir mussten das Holz öfters putzen :-). Als wir die Tomaten endlich essen durften, hatten wir schon fast den ganzen See überquert. Wir mussten schleunigst wenden, sonst kommen wir in seichtes Gewässer. Wir mussten schnell fertig trinken und essen, es reichte nicht einmal mehr um die Teller und Gläser zu verstauen, wir mussten alles festhalten, als Peschä eine Grandiose 180° Wendung hinzauberte.
Nachdem wir uns gestärkt hatten nahmen wir Fahrt auf Yvonand. Unser Motto: „ Volle Fahrt voraus“, wir waren mit einer extrem hohen Geschwindigkeit unterwegs!
Plötzlich, eine starke Böe, das Segelschiff kippte, „Hilfe!!!“. Wir standen nun so schräg im Wasser, dass die linke Reling ins Wasser tauchte!!! Ich sass auf der Lähne der Sitzbank! Mir war mulmig zumute.
Nach kurzer Zeit habe ich mich daran gewöhnt und ich hatte Spass und lachte dem Wind entgegen.
Später, als sich der Wind etwas beruhigt hatte und das Schiff wieder Horizontal gleitet, ruhten wir uns auf dem Vorderdeck aus. Yannick und ich legten uns hin und sahen hoch in die grossen Segel, die sich mächtig über unseren Köpfen bewegten. Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen und entspannten uns.
Ein spezielles Erlebnis war es auch, vorne an der Spitze zu sitzen und wie eine Galionsfigur das Schiff anzuführen. Von hier aus beobachtete ich die Wellen die vom Schiff durchpflügt wurden, und ich fühlte mich frei, während dem der Wind meine Haare zerzauste.
Auf der Rückfahrt nach Concise, legte Pädu ein Manöver der Extraklasse hin. Er übersah eine Sperrzone und musste das Schiff um 90° wenden! Weil der Wind immer noch stark in die Segel blasste, riss es den Mastbaum herum und das Schiff schwankte stark. Ich lag zu diesem Zeitpunkt auf dem Deck und war völlig unvorbereitet, ich musste mich an der Reling festhalten!
Wir konnten dann unsere Fahrt ohne weitere Zwischenfälle beenden. Auf dem Festland hatte ich dauernd das Gefühl der Boden würde sich bewegen, genau wie das Schiff, das war lustig.
Zum Abschluss assen wir in der engen, aber gemütlichen Küche ein Fondue mit Champignons und liessen den Abend ausklingen.
Nun ist allen klar, dass man mit einem Segelschiff nicht direkt gegen den Wind fahren kann, man aber durch Zick-Zack fahren das Ziel erreicht. Es war ein aufregender, lustiger und interessanter Tag auf See, die vielen neuen Eindrücke die wir bekamen, werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Melanie